Gemeinsam mit vier anderen Künstler:innen verbringe ich den Frühling 2026 in einem 200 Jahre alten Landhaus in der Toskana. Vor Ort konzentriert sich meine Aufmerksamkeit immer stärker auf den Zusammenhang zwischen Landhaus und Landschaft. Das Haus selbst, seine Materialien, räumlichen Setzungen und darin eingebundenen Handlungen drängen sich einer künstlerischen Betrachtung auf. Die Umgebung beginnt, in mich einzusickern.
Ausgehend von der Beschreibung des Hauses hinsichtlich seiner Materialität und landschaftlichen Einbettung nähere ich mich dem Verhältnis meines eigenen Körpers zu diesem Baukörper. Dabei betrachtend, wie beide ineinandergreifen, sich verrenken und in den anderen einschreiben. Wie verkörpertes Wissen im Umgang mit Raum wirksam wird und unter welchen Bedingungen es wieder zugänglich werden kann. Ich spüre, wie der Baukörper beschaffen ist, wie ich mit ihm in Resonanz gehe, welche Handlungen und Routinen er nahelegt, welche er erzwingt und wie sich dadurch mein eigener Bezug zu ihm verändert.
Diese Erfahrungen treten dabei in Kontrast zu jenen in meiner Großstadtwohnung. Kann eine Konzentration auf eine sinnesumfassende Wahrnehmung Resonanzräume eröffnen und ein Gefühl des Weltbezugs erzeugen? Es beginnt eine Suche nach Eingebundenheit, um sich der inneren Randomness entgegenzustellen.
in situ [on materiality]
Essay und Fotografien
making. sense
Atelier Alfonso Fratteggiani Bianchi, Perugia, Mai 2026
so far
Castello di Gargonza, Juli 2026